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Arzthaftungsrecht und Schadensersatzrecht | 10.12.2014

Geburtsgeschädigt

Geburtsschaden: Fehler bei der Geburtshilfe und die rechtlichen Folgen

Fachbeitrag von Rechtsanwalt Joachim Laux

Der Geburtsschaden gehört seit Jahren zu einem unserer anwaltlichen Schwerpunkte im Arzthaftungsrecht.

Oftmals sind nicht nur ein oder mehrere Ärzte eines Krankenhauses, sondern eine Hebamme, ein Geburtshelfer oder ein sogenanntes Geburtshaus bei einem Geburtsschaden involviert. Sollte der folgende Schriftwechsel mit dem Haftpflichtversicherer keine Lösung bringen, bleibt den Betroffenen nur der sofortige Weg zum Anwalt und zum Gericht. Wir raten betroffenen Familien dringend davon ab, sich ohne Hilfe eines spezialisierten Rechtsanwalts – besser noch mit Hilfe eines Fachanwalts für Medizinrecht spezialisiert auf Arzthaftung – mit der Gegenseite über eine Regulierung zu unterhalten. Bei den bekanntermaßen hohen Schadenssummen im Geburtsschadensrecht zahlen die Haftpflichtversicherer an die Patienten und deren Familien freiwillig viel zu wenig.

Die wichtigsten Fehler bei der Geburtshilfe, die zum Geburtsschaden führen

In den meisten schweren Fällen geht es um Hirnschädigungen als Auslöser eines Rechtsstreits. Hierbei kam es während der Geburt zur Unterversorgung des Kindes mit Sauerstoff (hypoxischer Hirnschaden). Folgende Fallgruppen sind häufig Ausgangspunkt eines regulierungsfähigen Geburtsschadens: falsch gewählter Zeitpunkt der Geburtseinleitung (Not-Kaiserschnitt wird nicht oder zu spät eingeleitet oder eine Frühgeburt nicht verhindert); verzögerte Verlegung in eine spezialisierte Perinatalklinik (wie nach vorzeitigem Blasensprung, Amnion-Infektion); regelwidrige Lage des Kindes (die Entscheidung zum Kaiserschnitt wird fehlerhaft getroffen); nicht erkanntes Übergewicht oder Übergröße des Kindes (große Kinder neigen zur „Unterzuckerung“ während der Geburt); Nichtreaktion auf Schwangerschaftsrisiken (Alkoholabhängigkeit, Drogenmissbrauch, Mehrlingsschwangerschaften, Krankheiten der Mutter wie Herz/Kreislauf, Infektionen, Diabetes, Wachstumsverzögerungen).

Als mögliche Ergebnisse eines Rechtsstreits kommen Schmerzensgeld, Ersatz aller geldwerten Aufwendungen, die Feststellung der Schadenersatzpflicht für die Zukunft und eine Abfindung in Betracht. Im Einzelnen:

Schmerzensgeld

In vielen Fällen ist das betroffene Kind sein Leben lang schwerstbehindert und ein Pflegefall. Schadensersatz kann naturgemäß nicht in einer Wiederherstellung des regulären Gesundheitszustandes bestehen, sondern nur durch einen finanziellen Ausgleich annähernd geleistet werden. Für den nicht in Geld ausgleichbaren „immateriellen Schaden“ haben die Gerichte auf Antrag ein Schmerzensgeld festzulegen. Es existieren umfangreiche Fallsammlungen/Datenbänke, welche Anhaltspunkte für das Gericht bieten. Ein Hirnschaden mit lebenslang geistiger Schwerstbehinderung kann ein Schmerzensgeld von bis zu ca. 500.000,00 Euro als angemessen erscheinen lassen. Erlitt der Geschädigte schwerste Dauerschäden, welche die Lebensbeeinträchtigung immer wieder neu als schmerzhaft empfinden lassen, kann auch eine Schmerzensgeldrente zugesprochen werden. Im Fall schwerer Behinderungen sind monatliche Rentenzahlungen von bis zu 500,00 Euro zu fordern.

Ersatz aller geldwerten Aufwendungen

Alles, was schadensbedingt aufgewendet werden muss, kann berücksichtigt werden. Dazu zählt auch die für Pflege und Hauswirtschaft aufgewendete Arbeitszeit und die Kosten des Mehrbedarfs.

Feststellung der Schadensersatzpflicht für die Zukunft

Soweit für die Zukunft noch nicht feststeht, welche Ausgleichsmaßnahmen erforderlich werden, stellen die Gerichte auf Antrag auch fest, dass jeder künftige materielle und immaterielle Schaden, soweit er nicht auf Sozialversicherungsträger übergegangen ist oder übergehen wird, zu ersetzen ist.

Abfindung

Manchmal bieten die Haftpflichtversicherer hohe Einmalzahlungen als Abfindung an. Hier kann es um Zahlungen im sechsstelligen Bereich gehen. Eine Abfindung ermöglicht dem Versicherer rechnerische Sicherheit, er spart die kostenintensive lebenslange Begleitung des Geschädigten unter Einsatz teuren Personals. Auf Seiten des Geschädigten ist jedoch Vorsicht geboten: Ein Rechtsanwalt, der nicht regelmäßig Mandanten im Bereich des Geburtsschadensrechts – bei Geburtsschäden – betreut, kann leicht mit der richtigen Aufarbeitung überfordert sein, da das Gebiet der Geburtsschäden innerhalb des Medizinrechts aufgrund seines Umfangs eine Sonderstellung einnimmt. Unsere Kanzlei mit mehreren Fachanwälten für Medizinrecht ist seit Jahren regelmäßig mit der Betreuung von Behandlungsfehlern bei Geburten aus dem gesamten Bundesgebiet befasst und verfügt über die für diese Fallbearbeitung notwendige Erfahrung.

Ein Fachbeitrag von RechtsanwaltJoachim Laux, Berlin - www.ra-laux.de [Anbieter­kenn­zeichnung]

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